ELTERN-INFORMATION
Die Torwartausbildung beim SV Berlin-Chemie Adlershof
Beim SV Berlin-Chemie Adlershof absolvieren ausgewählte Torwarttalente im Sinne des DFB-Ausbildungskonzeptes exakt die gleichen Ausbildungsstufen wie alle Feldspieler. Wir erweitern lediglich den Kompetenzbereich für unsere Torleute mit dieser zusätzlichen Ausbildung.
Die Komplexität des Torwartspiels und dessen hohen Anforderungen an die Torhüter macht die Ausbildung unserer Torwarte bei SV Berlin-Chemie Adlershof unabdingbar.
Für die bestmögliche Ausbildung des Nachwuchses in unserem Verein wurde ein Ausbildungskonzept entwickelt, orientiert an den Leitlinien der DFB-Torwartausbildung und an den modernen Entwicklungen des Torwartspiels.
Es geht darum Torwartpersönlichkeiten mit aktivem Mitspielverhalten gegen den Ball sowie mit dem Ball zu entwickeln.
Daran arbeiten wir mit unseren jungen Torhütern und Torhüterinnen!
Das Tor zur mentalen Stärke
Torhüter- und Torhüterinnen sollten altersgerecht trainiert werden, eine gesunde Fehlerkultur erleben und natürlich am Feldspiel teilnehmen um jeder für sich ein ganzheitliches Spiel zu entwickeln.
Die ganzheitliche, zukunftsorientierte Ausbildung junger Torwarte in der Technik, Taktik, Methodik und in ihrer Psyche, spielnah und detailliert auf jeden jungen Torwart individuell seiner Entwicklung angepasst, ist Ziel meiner Ausbildung hier bei Berlin-Chemie Adlershof.
Torhüter- und Torhüterinnen müssen beidbeinig trainiert werden, korrekte Blocks setzen zu können ist ein Muss, den Raum zu verteidigen, das Flanken und Eck Spiel zu beherrschen muss nachhaltig trainiert werden. Hierbei ist eine methodisch, saubere Ausbildung mit vielen Wiederholungen entscheidend.
Torhüter neigen dazu zu handeln. Manchmal jedoch ist nicht handeln; die effektivere Entscheidung. Jeder junge Torwart muss lernen ruhig und souverän die richtige Entscheidung zu treffen. Dazu müssen sie befähigt werden. Diese Ausbildung ist eine jahrelange Ausbildung, interessierte Eltern und deren Kinder sollten sich dessen bewusst sein.
Um sicherer Rückhalt für die Mannschaft zu sein, müssen Torleute vor allem die Grundlagen beherrschen. Dazu zählen Beinarbeit, Fangtechnik, Hechten und das Positionsspiel. Darüber hinaus sind Fragen wie: Wo stehe ich richtig?, Wann bewege ich mich vor- oder zurück? und In welchem Zeitfenster bewege ich mich?Ausbildungsinhalte beim SV Berlin-Chemie Adlershof. Die erprobten Techniken im Fußballspiel wie „Ich und mein Ball, Ich und mein Körper, Ich und mein Gegner, Ich und mein Mitspieler“ finden ebenso Anwendung.
Neben den fußballerischen Fähigkeiten legen wir Wert auf die Entwicklung der charakterlichen Eigenschaften, wie Eigenständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, ein sehr seriös ausgeprägtes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur selbstständigen Lösungs- und Entscheidungsfindung.
All das wird Ausbildungsinhalt für unsere jungen Torwarttalente. In der weiter unten erstellten PDF, könnt Ihr Eltern euch einen noch besseren Überblick vom Ausbildungsinhalt eurer jungen Spieler und Spielerinnen verschaffen.
für den SV Berlin-Chemie Adlershof
Andreas Loebart
(UEFA – C Lizenz, lizensierter Torwarttrainer)
Herzlich Willkommen auf Torwartausbildung
in unserem Verein SV Berlin Chemie Adlershof
„Nachwuchsfußball = Ausbildungsfußball“
Erstellt von: Andreas Loebart (UEFA-C) lizensierter Torwarttrainer
Liebe Eltern,
in dieser Präsentation möchte der SV Berlin-Chemie Adlershof über das spezielle Ausbildungsfach der Torwartausbildung, innerhalb unseres Vereines, informieren.
Ziel einer jeden Torwartausbildung ist das Erlernen der relevanten Torwarttechniken.
Die Ausbildung zum Torwart ist genauso wie jene eines Fußballspielers eine jahrelange Ausbildung, welche zu allererst dem jungen Menschen viel Spaß und viel Freude bringen soll, aber auch Bestätigung. Diese Bestätigung wollen wir über Ausbildung manifestieren.
Die moderne Torwartausbildung beschäftigt sich heute mit sehr vielen Ausbildungsinhalten, ist fernab vom bloßen Fangen eines Balles.
Unsere Torwarte erlernen Fall-, Fang- und Standtechniken. Sie werden viel über ihren Körper erfahren, über Muskeln, Sehnen und Knochen, über Reaktion und über Geschwindigkeit, über das was der eigene Körper leisten kann, aber auch über das, was man dem eigenen Körper nicht zumutet. Da Torwarte explosionsartig reagieren können müssen, ist es wichtig zu wissen, was der Torwart wo im Tor tut und was er besser unterlässt. Die Sicherheit und Verletzungsprävention steht immer im Vordergrund.
Jeder Junge, jedes Mädchen, das in eine unserer Mannschaften aufgenommen wird, entscheidet sich früher oder später für eine Spielposition. Zu dieser Spielposition gehört auch der Torwart bzw. die Torwärtin.
Hier bei Berlin-Chemie fangen wir mit gezielter Ausbildung unserer Torwarte ab dem Ende der E-Junioren an. Das bedeutet zwischen dem 9ten und 10ten Lebensjahr.
Zuvor sollte beim jungen Spieler, bei der jungen Spielerin eine gewisse Art von Selbstfindungsprozess auf diese Spielposition stattgefunden haben.
Hat sich ein Junge oder ein Mädchen innerhalb der Mannschaft für diese Position (z.B. durch Eignung) selbst entschieden oder weist die besonderen Fähigkeiten schon sichtbar auf, übernehmen wir sehr gern, -nach Sichtung- in Absprache mit euch Eltern die Ausbildung zum Torwart zur Torwärtin.
Im Weiteren gebe ich euch in dieser Präsentation einen Überblick der wesentlichen Ausbildungsinhalte. In den höheren Spielklassen ab den D-Junioren erfolgt auch eine torwarttaktische Ausbildung.
Solltet Ihr Fragen zum Thema haben, einen Jungen oder ein Mädchen zur Sichtung vorstellen wollen, so nehmt Kontakt mit mir auf.
Wichtig vorab, eine ärztliche Sporttauglichkeit eures Kindes setze ich voraus und muss dem Verein gegenüber nachgewiesen werden.
Andreas Loebart (UEFA-C lizensierter Torwarttrainer) www.chemie-adlershof.de
Das könnt ihr erwarten:
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1.Kopf: Blick zum Ball |
| 2.Hände vor Körper in Bauchhöhe | |
| 3.Ellenbogen 90 Grad angewinkelt | |
| 4.Handflächen zeigen zum Körper | |
| 5.Füße etwas mehr als schulterbreit auseinander | |
| 6.Gewicht auf Vorderfuß | |
| 7.Fuß-, Knie-, Hüftgelenk leicht gebeugt |
Die Grundtechniken und Lerninhalte in einem typischen Torwarttraining, lassen sich folgendermaßen beschreiben.
Sie werden einzeln trainiert oder in Spielformen aufbauend vermittelt.
Voraussetzung für das Fangen eines flachen Balles ist jedoch das richtige Fallen. Ein koordinativ sehr anspruchsvoller Bewegungsablauf der nur dann Spaß macht, wenn er geschmeidig ausgeführt wird. Sonst verursacht das Fallen nur Schmerzen und der Torwart hat Angst davor. Insofern ist die Grundlage das Erlernen des richtigen seitlichen Fallens.
Erlernen der Grundstellung, Sprünge in jeder Form, Laufen, Schritttraining, Sidesteps, Fallen seitlich nach vorne, Hechten seitlich nach vorne, Fliegen seitlich nach vorne (Fliehkrafttraining), Aufstehen
im Stehen, im Laufen, auf den Mann, seitliches Fangen der Bälle, flach, halbhoch, Kopfhoch, über Kopf, auf den Mann seitlich ablenken, einhändig, zweihändig,mit den Füßen; Fußabwehr, Befreiungsschlag, Köpfen, mit Bauch- und Brust
In der Anfangsphase ohne Gegenspieler, dann mit Gegenspieler
Abwerfen, Abrollen, Abschlag, Drop, Volley, direktes Zuspiel, Flachpass, Flugball, Schießen, Köpfen
Stellungsspiel im Strafraum, 1 gegen 1 Situationen, Bloggen (lang- und kurz), Erlernen – Entscheidungen richtig einzusetzen, Fangen oder Fausten, Fallen oder Stehen bleiben, Bleib ich auf der Linie oder geh ich auf den Ball, Ball gefangen, wohin mit dem Ball, schnell oder langsam, Freistöße, Eckbälle, Flanken
Der kognitive Aspekt als Grundlage für Entscheidungsqualität
Praktisch jeder Torwart-Aktion geht grundsätzlich ein kognitiver Prozess voraus. Von der Wahrnehmung über das Verstehen der Situation bis hin zur Entscheidung und der Ausführung. Nicht erfolgreiche Torwart-Aktionen beruhen oftmals auf Fehlern in den ersten drei kognitiven Phasen und nicht immer nur auf technischen oder athletischen Mängeln in der Ausführung. Eine hohe kognitive Leistungsfähigkeit des Torwarts erhöht die Wahrscheinlichkeit, Spielsituationen ganzheitlich wahrzunehmen, Risiken und Chancen einer komplexen Situation zu verstehen und eine bestmögliche Entscheidung zur effektivsten Torwart-Aktion zu treffen.
Vororientierung
Die Vororientierung ist im Rahmen des kognitiven Modells und in vielen Phasen des Spiels ein ganz wesentliches Thema. Sie beeinflusst den Entscheidungsprozess sowiedas taktische Verhalten von Torleuten in der Defensive sowie Offensive.
Optimaler Schwierigkeitsgrad („Sweet Spot“)
Unter Sweet Spot verstehen wir auf das Torwarttraining bezogen, jenen Anteil an erfolgreichen Aktionen im Training, der eine optimale Entwicklung sicherstellen soll. Dieser Wert liegt etwa bei 70-80 Prozent. Kann ein Torwart in einer Übung mit beispielsweise zehn Wiederholungen nur zwei, drei Aktionen erfolgreich lösen, wäre es auf Sicht eine klare Überforderung. Löst er oftmals alle zehn Aktionen ohne Probleme, käme es bald zu einer Unterforderung („Misserfolgserlebnisse schärfen die Sinne und sind bedeutsam für die Weiterentwicklung!“)
Methodischer Aufbau zum Erlernen von Torwarttechniken
Ein didaktischer Aufbau im Technik-Training setzt voraus, dass die methodischen Reihen (vom Einfachen zum Schwierigen und vom Langsamen zum Schnellen) eingehalten werden. Umgesetzt auf das Erlernen von Torwarttechniken – speziell von Techniken zur Abwehr von Bällen welche nicht direkt auf den Körper kommen (Tauchen, Werfen, Abdruck) – bedeutet das einen methodischen Aufbau betreffend, der Startposition
Aktives (Ein-)Fangen
„Den Körper immer hinter den Ball bringen zu wollen“, sollte das oberste Grundprinzip in der gesamten Torverteidigung sein! Vom Aufwärmen/Einfangen weg sollen Torleute lernen, dass sie mit ihrem Körper immer schnellstmöglich der Flugbahn des Balles folgen (Beinarbeit zur Seite und Höhe) und nicht aus Trägheit, Bälle mit verdrehtem Oberkörper neben dem Körper fangen. Dabei geht es vor allem um die Entwicklung eines generellen Mindsets unserer Torleute und um die Verinnerlichung der Tatsache, dass immer die Flugbahn des Balles, die erforderlichen,ganzkörperlichen Bewegungen des Torwarts vorgibt. Darüber hinaus ist es eine sehr gute Schulung für Beinarbeit, Fokus und Timing.
Optische Fokussierung
Ich bin der Überzeugung, dass auch die Qualität der Arbeit der Augen einen wesentlichen Erfolgsbeitrag zu gelungenen Torwart-Aktionen leistet. Umso besser es unseren Torleuten gelingt, den Ball im entscheidenden Moment der Schussabgabe und während der Flug- sowie Fangphase zu fokussieren, umso früher und präziser können Abwehraktionen/Reaktionen eingeleitet werden.
Variable Übungs-Ausrichtung
In tatsächlichen Spielsituationen kommt es, anders als in so manchem Torwarttraining, nur in den seltensten Fällen vor, dass der Torwart vor einer Abwehraktion exakt mittig im bzw. vor dem Tor stehen kann. Außerdem gilt es festzuhalten, dass die mit Abstand meisten Tore mit dem ersten, oder zweiten Kontakt erzielt werden (nach Zuspielen, Flanken, etc.).
Timing
Ein gutes Timing ist für erfolgreiche Abwehraktionen oftmals spielentscheidend. Dies ist vor allem aber deswegen nicht so einfach, weil Torleute in den allermeisten Spielsituationen erst kurz vor einem Abschluss eine bestmögliche Positionierung und Grundstellung herstellen können.
Positionierung
Eine gute Positionierung der Torleute im und vor dem Tor ist grundsätzlich in allen Spielphasen (defensiv & offensiv) immer einer der wichtigsten Parameter für erfolgreiches Torwartspiel. Natürlich gilt das auch speziell in der direkten Torverteidigung! Hierbei gilt es sowohl eine Positionierung zu finden, welche eine Abwehr des Balles in allen Tor-Zonen so wahrscheinlich wie möglich macht („Grundposition in der Mitte des möglichen Einschusswinkels“), als auch eine zum Schützen optimal angepasste Distanz herzustellen! Bei der Distanzanpassung ist es das Ziel, je nach Spiel-Situation die richtige Balance zwischen Tor-Einschuss Flächen-Verkleinerung (Distanz verkürzen; Druck auf den Schützen lenken, bis hin zum Torwart–Block) und dem Gewinn größtmöglicher Reaktionszeit (Distanz zum Schützen vergrößern) zu finden
Blockstellungen
Die Abwehr von Bällen mittels klar definierter Blockbewegungen ist im Bereich der Torverteidigung eine der wesentlichsten Veränderungen der letzten Jahre. Aus meiner Sicht gibt es das Blocken, im Sinne von „vor dem Schützen möglichst groß machen“ aber schon sehr lange. Während man sich in früheren Zeiten dem Angreifer oft mit weggestreckten Armen entgegen stürzte/sprang, wurde dies immer mehr durch standardisierte Blockbewegungen ersetzt. Ein gut gesetzter Torwart-Block ermöglicht es dem Torwart mit seinem Körper einen Großteil der Tor-Einschuss Fläche abzudecken.
Ballangriff
Unter Ballangriff verstehen wir jene Situationen, in denen Torleute den in den Raum gespielten Ball des Gegners durch schnellst mögliches Entgegenlaufen und – springen vor einem Gegner erreichen und im Idealfall fangen. Eine gute Ausgangsposition so-wie ein gutes Einschätzungsvermögen, Entscheidungsqualität, Mut und Technik bilden gemeinsam das Rüstzeug für erfolgreiche Ballangriffsaktionen.
Absprung beim Verarbeiten hoher Flankenbälle
Aus einer guten Position heraus bieten sich dem Torwart unterschiedliche Techniken an, um hohen Flankenbällen entgegenspringen zu können. Dabei ist der einbeinige Absprung die technische Basis für den Ausbildungsbereich (beidseitige Anwendung!).Aber auch der beidbeinige Absprung hat seine Berechtigung (bei Bällen die fast senkrecht auf den Torwart herunterkommen – oder aber auch bei mangelndem Anlauf- und Absprung-Raum bzw. Gegnerdruck).
Spielaufbau und Veränderungen im modernen Spiel
Im Rahmen der Weiterentwicklung des Spiels haben Torleute im heutigen Fußball eine immer größer werdende Bedeutung betreffend eines schnellen und/oder kontrolliertem Spielaufbaus bekommen. Gerade die „kurze“, kombinationsorientierte Spieleröffnung steht aktuell viel mehr im Fokus als früher - häufig auch unter Gegnerdruck. Die Regeländerung beim Torabstoß hat diesen Effekt zusätzlich massiv verstärkt! Dementsprechend wird von Torleuten erwartet, dass sie, im besten Fall auf Feldspielerniveau, Teil des eigenen Ballbesitzspiels sein können. Torwarte, welche in diesem Punkt augenscheinliche Stärken haben, werden sich immer gut durchzusetzen können.
Beidbeinigkeit
Als Folge der Entwicklung des Offensivspiels gewinnt das Thema „Beidbeinigkeit“ noch mehr an Bedeutung. Torleute sollten auch in der Wahrnehmung des Gegners glaubhaft „beidbeinig“ sein, um nicht durch geschicktes Anlaufen relativ einfach unter Druck gesetzt werden zu können.
(ab D-Junioren)


(positionsbezogenes Training ab D-Junioren)
F bis E Junioren
Förderung motorischer und koordinativer Fähigkeiten (z.B. Purzelbäume), monatliche „Ballschule“ in Fangen, Werfen und Fallen, nur spielerische Methoden, kein Detailtraining, keine Positionsfestlegung, offen für alle Kinder
D Junioren
Spezialisierung der Torwartposition und Detailtraining, Schwerpunkt Techniktraining (z.B. Grundstellung) und situative Anwendung, Grundlagen von Stellungs- und Linienspiel (Zonenverteidigung), 1 gegen 1 Situationen, Spielaufbau usw.
C Junioren
Festigung und Verfeinerung der Technikschwerpunkte, Anlaufen und Fangen hoher Bälle, verschiedene Abschlagtechniken, Herauslaufen bei Steilpässen, Leichtfüßigkeit, Sprungkraft und Sprungtechnik, Mitspielen hinter Abwehrkette usw.
B bis A Junioren
Perfektionierung der Basistechniken, ein- und beidhändiges Fausten, hohe Bälle mit Gegnerdruck, komplexe und spielorientierte Trainingsformen (Zonenwechsel), Fitness und Kräftigung, Ernährung, „Lebensweltorientierung“